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Die Endodontologie ist die Lehre vom Zahninneren. Es geht um die Erhaltung des eigenen Zahnes, auch dann wenn der betroffene Zahn bis in den Nerv erkrankt ist. Die Haupterkrankung im Bereich der Endodontie (das Zahninnere) ist die Wurzelkanalentzündung. Das Zahninnere besteht aus Zahnmark und den Zahnnerven, die in den Wurzelkanälen verlaufen. Kommt es hier zu einer Schädigung, können sich die Zahnnerven entzünden. Auch tiefe Karies kann die Wurzelkanäle erreichen, so dass Keime und Bakterien bis zu den Nerven vordringen und dort eine Entzündung mit starken Schmerzen auslösen können. Hier schafft die Wurzelbehandlung Abhilfe.

Wurzelbehandlung

Ziel der Behandlung sind die Entfernung von Geweberesten aus dem Wurzelkanalsystem, sowie die Reduktion von Keimen im Wurzelkanal. In der heutigen Zeit können dank modernster Behandlungstechniken, über welche wir verfügen, bereits 80 bis 90 % der erkrankten Zähne durch eine Wurzelbehandlung erhalten werden.

Der Entzündung „auf den Zahn fühlen“

Ob eine Wurzelbehandlung, und somit ein Zahnerhalt durchgeführt werden kann, muss vorab genau untersucht werden. Dies erfolgt durch ein 3D Röntgen. Die erzeugten digitalen Röntgenbilder lassen die Betrachtung des betroffenen Zahnes aus jeder beliebigen Perspektive und fast jeder Vergrößerung zu, was die derzeit präziseste Diagnose erlaubt. Zusätzlich kann ein Operationsmikroskop mit 25-facher Vergrößerung helfen, sämtliche Kanäle zu lokalisieren.

Ablauf einer Wurzelbehandlung

Um die Behandlung so schmerzfrei wie möglich für Sie zu gestalten, wird eine Wurzelbehandlung meist unter Lokalanästhesie durchgeführt. Sobald die Betäubung wirkt, muss sich der Zahnarzt zunächst einen Zugang zum Wurzelkanal verschaffen. Dort entfernt er das geschädigte Zahnmark, das Gewebe und den entzündeten oder abgestorbenen Nerv. Anschließend wird der Zahnkanal sorgfältig gereinigt und geglättet. Danach wird der Kanal desinfiziert, mit einem antibakteriellen Medikament gefüllt und vorläufig verschlossen. Bei der nächsten Behandlung wird der Zahn, sofern es keine Komplikationen gegeben hat, dann endgültig mit einer Füllung verschlossen.

Revisionsbehandlung

Da es in Einzelfällen vorkommt, dass die Wurzelbehandlung nicht bereits bei der ersten Behandlung zum gewünschten Ergebnis führt, ist eine Revisionsbehandlung notwendig. Dies kann u. a. vorkommen, wenn bei der ersten Wurzelbehandlung nicht alle Wurzelkanäle gereinigt werden konnten oder die Wurzelkanalfüllung unvollständig war und verbliebene Bakterien zur Wiederbesiedlung der ungefüllten Areale führten.

Ablauf einer Revisionsbehandlung

Auch bei einer Revisionsbehandlung ist eine ausführliche Voruntersuchung und Diagnostik unabdingbar. 3D-Röntgenaufnahmen sollen zeigen, wo der Entzündungsherd liegt, um eine nachhaltige Heilung zu bewerkstelligen. Wenn der Zahnarzt zu dem Entschluss kommt, der Zahn kann erhalten werden, wird bei einer Revision das bereits in den Zahn eingebracht Wurzelfüllung wieder entfernt. Anschließend erfolgt erneut die Desinfektion, Ausmessung und Instrumentierung des Wurzelkanalsystems. Für diesen Behandlungsschritt ist ein speziell auf den Fall ausgerichtetes Instrumentarium (maschinelle Feilensysteme verschiedener Hersteller, minimalinvasive Ultraschallpräparation etc.) erforderlich. Nach der Reinigung und Aufbereitung wird der Zahn wieder verschlossen und befüllt (thermoplastische Wurzelfüllung).

Wurzelspitzenresektion (WSR)

Wenn Wurzelbehandlung und Revision nicht zu einer nachhaltigen Heilung führt, ist die WSR die letzte Chance für einen Zahn mit einer entzündeten Wurzelspitze.

Ablauf einer WSR

Bei einer WSR werden ca. 3-4 mm von der Wurzelspitze eines Zahns entfernt. Danach wird die Wurzelspitze bakteriendicht verschlossen. Für die Durchführung dieser Schritte muss das Zahnfleisch auf die Seite geklappt und der Knochen um die Wurzelspitze weggefräst werden.

Risiken einer WSR

Eine WSR ist eine chirurgische Zahnerhaltung und ist in der Oralchirurgie angesiedelt. Wie bei jedem operativen Eingriff birgt auch eine WSR neben den allgemeinen Risiken (u. a. Blutung, Schwellung, Schmerzen, Wundinfektion) zahnmedizinische Risiken:

  • Schädigung benachbarter Zähne bei der Resektion der Wurzelspitzen, wenn diese eine sehr enge räumliche Assoziation haben.
  • Zurückbleiben von resezierten Wurzelspitzen und deren Entzündung.
  • Mit der Eröffnung der Kieferhöhle können bei Eingriffen im Oberkiefer Reizungen und Entzündungen einhergehen.
  • Verletzung des N. alveolaris inferior. Dies ist der sensible Ast des N. trigeminus, der den Unterkiefer versorgt. Bei Schädigung kann ein Taubheitsgefühl entstehen, dass in Ausnahmefällen auch dauerhaft sein kann. Die Motorik (Bewegung der Gesichtsmuskulatur, der Zunge und des Kiefers) ist durch die Verletzung des N. alveolaris inferior nicht eingeschränkt.